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>>Neue Studie über die Therapie des Schlaganfalls erschienen<<

Eine neue Studie in einem Fachmagazin beschäftigte sich Mitte 2017 mit einer Übersicht der prähospitalen Versorgung von Patienten mit Schlaganfall.

Ein Schlaganfall ist eine mitunter lebensbedrohliche Minderversorgung der Gehirnzellen mit Blut und Sauerstoff. Es treten typische Symptome auf, die jeder Laie kennen sollte, um im Falle des Falles Hilfe leisten zu können. Sei es für seine Angehörigen, oder für Menschen, die in der Öffentlichkeit Hilfe brauchen. Was bei einem Schlaganfall passiert und wie jeder Laie helfen kann, ist in dem vorliegenden Artikel beschrieben.

 

Das entscheidende in der Rettungskette ist, dass der Schlaganfall sehr früh erkannt wird. Es ist essentiell für die Genesung des Patienten, dass in den ersten Minuten bis maximal Stunden der Rettungsdienst informiert wird, der Patient in ein geeignetes Krankenhaus transportiert wird und insgesamt eine schnelle Therapie begonnen werden kann.

Heute noch ist das Outcome, wie im Prinzip der persönliche Ausgang eines jeden Patienten nach der medizinischen Behandlung genannt wird, nicht besonders gut.

Immerhin ein Drittel der Patienten, die einen Schlaganfall erleiden, erholen sich ohne zurückbleibende geistige oder körperliche Schäden, ein Drittel behält z.B. Schäden in Form von Sensibilitätsstörungen oder Bewegungsbeeinträchtigungen der Extremitäten oder der Gesichtsmuskeln zurück und ein Drittel ist so schwer betroffen, dass ein weiteres Leben ohne dauerhafte Pflege nicht mehr möglich ist.

 

Anhand dieser drastischen Daten, die durch Studien belegt sind, erscheint es noch dringender, die Allgemeinbevölkerung auf die Symptome dieser verheerenden Krankheit zu sensibilisieren. Fast jeder Mensch hat jemanden in der Familie, oder kennt zumindest einen Menschen oder eine Familie, deren Angehöriger von einem Schlaganfall betroffen ist. Daran erkennt man, dass diese Krankheit recht häufig in der Bevölkerung auftritt, sodass es sich durchaus lohnt einem lieben Menschen mit diesen Tipps wirklich einfach helfen zu können.


Wie erkenne ich die Symptome?

-       Wir gehen nach dem FAST Schema vor. FAST ist ein Akronym für:

 

o   Face (Gesicht)

o   Arm (Arme und Beine)

o   Speech (Sprache)

o   Time (Zeit seit Auftreten der Symptome)

 

Was muss ich erkennen, damit ich bewerten kann, ob ich den Rettungsdienst alarmieren muss?

 

-       Face: Das Gesicht soll bewertet werden. Hier soll insbesondere die Funktion der Gesichtsmuskeln untersucht werden.

o   Hängt eine Gesichtshälfte schlaff herunter, während die andere ganz normal ist? – Dies kann ein Symptom des Schlaganfalls sein.

o   Lassen Sie den Patienten lächeln, die Zunge herausstrecken, die Stirn runzeln und/oder die Wangen aufpusten. Erkennen Sie nun Ungleichheiten der Gesichtshälften, ist das ein Zeichen für einen Schlaganfall.

-       Arm: Die Extremitäten (Arme und Beine) sollen bewertet werden. Die Bewegung und das Gefühl sind hier ausschlaggebend.

o   Kann der Patient alle Extremitäten normal bewegen und hat keine Gefühlsstörungen, wie kribbeln, stechen, oder sonstiges? –Dann ist es unwahrscheinlich, dass eine Lähmung vorliegt.

o   Hat derjenige allerdings eine Schwäche in Armen und Beinen, wenn auch nur in einem Arm oder einem Bein, kann eine Lähmung vorliegen. Zusätzlich können auch die oben genannten Gefühlsstörungen auftreten, müssen aber nicht unbedingt vorhanden sein.

-       Speech: Die Sprache soll bewertet werden. Lassen Sie den Patienten einen einfachen Satz aufsagen. Beispiel: „Heute haben wir schönes Wetter in Rheinland-Pfalz.“

o   Der Patient, der wahrscheinlich einen Schlaganfall hat, kann diesen Satz nicht ohne Auffälligkeiten, die Ihnen, wenn vorhanden, auffallen werden, aufsagen. Entweder lässt die schlaffe Gesichtsmuskulatur keine richtige Artikulation zu, oder Ihnen fällt zum Beispiel so etwas wie ein Nuscheln oder Lispeln auf, wenn diese nicht schon beim Patienten vorbekannt sind.

-       Time: Hier wird die Zeit bestimmt, die seit Symptomeintritt beim Patienten vergangen ist. Es ist wichtig, dass der Patient so schnell wie möglich in eine Fachabteilung einer Klinik gebracht wird, damit die Erkrankung nicht weiter fortschreitet, noch mehr Gehirnzellen absterben und dies womöglich schlimme Folgen für den Patienten haben kann.

 

Auch wenn sich die Symptome anfangs als nicht so gravierend darstellen sollten, sollten Sie trotzdem so schnell wie möglich den Rettungsdienst informieren. Hierfür steht Ihnen die kostenlose europaweite Notrufnummer > 112 < (ohne Vorwahl) zur Verfügung. Der Mitarbeiter, der Ihren Anruf entgegen nimmt, wird Ihnen auch mit einer gezielten Notrufabfrage helfen können das Krankheitsbild einzugrenzen und die benötigten Rettungsmittel auf den Weg zu schicken.

 

Wenn Sie sich weitergehend informieren möchten, werfen Sie unter folgendem Link einen Blick in die frei zugängliche Studie: 

Opens external link in new windowhttps://www.yumpu.com/de/document/fullscreen/59545689/03-prahospitale-versorgung-von-patienten-mit-schlaganfall 

 

Weiterhin können Sie auch an einem unserer erste Hilfe Kurse teilnehmen, wo Ihnen die Grundlagen der ersten Hilfe beigebracht und aufgefrischt werden. Die Betroffenen werden es Ihnen danken. (sh)

Opens external link in new windowhttps://www.mayen-koblenz.drk.de/nc/kurse/erste-hilfe/rotkreuzkurs-erste-hilfe.html

28. Dezember 2017 13:36 Uhr. Alter: 117 Tage